Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Fachbereich Polizei

Dunkelfeldstudie M-V

Für eine effektive Kriminalitätsbekämpfung ist es notwendig, aussagekräftige Informationen zur aktuellen Kriminalitätslage und zu einzelnen Kriminalitätsschwerpunkten zu gewinnen.

Grundlage für die Gewinnung entsprechender Informationen ist regelmäßig die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die Aussagekraft der PKS ist jedoch dadurch eingeschränkt, dass nur die der Polizei bekannt gewordenen Straftaten und Tatverdächtigen (Hellfeld) erfasst werden.

Es ist davon auszugehen, dass ein Teil der begangenen Straftaten der Polizei nicht bekannt wird (Dunkelfeld). Der Umfang dieses Dunkelfeldes hängt von der Art des Deliktes ab und kann sich aufgrund des Anzeigeverhaltens der Bürgerinnen und Bürger, der polizeilichen Kontrolltätigkeit sowie durch Änderungen bei der statistischen Erfassung oder des Strafrechts auch im Zeitablauf ändern.

Lagebeurteilungen als Basis für die Planung von Interventions- und Präventionsmaßnahmen, die lediglich das Hellfeld der polizeilich registrierten Straftaten berücksichtigen, können lückenhaft sein. Insofern sind Dunkelfelduntersuchungen geeignet, das Kriminalitätslagebild in Ergänzung zu vorliegenden Hellfelddaten zu vervollständigen und genauere Informationen über Täter, Opfer und deren Merkmale sowie zum Anzeigeverhalten zu erhalten. Sie tragen insofern auch dazu bei, zielgenauere Konzepte im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung und -vorbeugung zu erstellen und den Ressourceneinsatz bei der Polizei zu verbessern.

Die Abteilung Polizei im Ministerium für Inneres und Europa Mecklenburg-Vorpommern hat im Juni 2014 das Landeskriminalamt M-V beauftragt, im Zusammenwirken mit der FHöVPR M-V und der Universität Greifswald im Rahmen eines Forschungsprojektes eine Untersuchung zur Aufhellung des Dunkelfeldes der Kriminalität in Mecklenburg-Vorpommern, durchzuführen.

Die Analyse soll insbesondere die Aspekte Opferwerdung, Anzeigeverhalten, Kriminalitätsfurcht und Wahrnehmung der Polizei durch die Bevölkerung darstellen und inhaltlich u. a. auf die Phänomenbereiche bzw. Delikte Cybercrime, Raubstraftaten, Sachbeschädigung, Körperverletzungen, Sexualstraftaten sowie ausgewählte Formen des Diebstahls und des Betruges ausgerichtet sein.

Die ständige wissenschaftliche Beratung und Begleitung erfolgt durch Prof. Dr. Manfred Bornewasser, Universität Greifswald, Lehrstuhl für Sozialpsychologie und Dr. Holger Roll, Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege, Fachgruppe: Kriminalistik/Kriminologie.

Ansprechpartner

Peter Balschmiter (Projektleitung)
p.balschmiter@fh-guestrow.de
03843 283-348

Dr. Holger Roll
h.roll@fh-guestrow.de
03843 283-330